Eine Vektorgrafik ist eine Grafik, die aus mathematisch definierten Formen besteht – Punkten, Linien, Kurven und Flächen. Im Gegensatz zu Rastergrafiken (Pixelbildern) können Vektorgrafiken ohne jeden Qualitätsverlust beliebig skaliert werden.
Wie Vektorgrafiken funktionieren
Während ein Foto aus Millionen einzelner Pixel besteht, beschreibt eine Vektorgrafik Formen über mathematische Formeln. Ein Kreis wird nicht aus Pixeln zusammengesetzt, sondern als „Kreis mit Mittelpunkt X, Radius Y, Farbe Z" gespeichert. Der Computer berechnet die Darstellung in Echtzeit – egal ob auf einem Handydisplay oder einer Plakatwand.
Vorteile von Vektorgrafiken
- Unbegrenzt skalierbar: Von der Visitenkarte bis zum Gebäudebanner – immer gestochen scharf
- Kleine Dateigröße: Einfache Grafiken sind als Vektor deutlich kleiner als als Pixelbild
- Editierbar: Einzelne Elemente lassen sich jederzeit ändern – Farben, Formen, Positionen
- Ideal für Druck: Keine DPI-Abhängigkeit, perfekte Druckergebnisse
- Web-optimiert: SVG-Format wird nativ vom Browser unterstützt und ist per CSS animierbar
Typische Einsatzbereiche
Logos
Jedes professionelle Logo muss als Vektorgrafik vorliegen. Nur so ist sichergestellt, dass es auf der Website, der Visitenkarte, dem Flyer und dem Messebanner gleichermaßen scharf dargestellt wird.
Icons
Icon-Design basiert fast ausschließlich auf Vektoren. SVG-Icons sind skalierbar, können farblich angepasst werden und laden schnell.
Illustrationen
Viele Illustrationen werden als Vektoren erstellt – besonders flache, grafische Stile. Detaillierte, malerische Illustrationen können jedoch auch pixelbasiert sein.
Infografiken
Diagramme, Charts und Infografiken profitieren von der Skalierbarkeit und Editierbarkeit des Vektorformats.
Wichtige Dateiformate
| Format | Verwendung |
|---|---|
| SVG | Web-Standard, animierbar, per CSS steuerbar |
| AI | Adobe Illustrator Arbeitsdatei |
| EPS | Universelles Austauschformat |
| Kann Vektoren enthalten, ideal für Druckdaten |
Software für Vektorgrafiken
Die wichtigsten Programme: Adobe Illustrator (Industrie-Standard), Figma (UI/Web-Design), Affinity Designer (Illustrator-Alternative), Inkscape (Open Source) und CorelDRAW (besonders in der Druckindustrie verbreitet).
Vektor vs. Raster: Wann was?
Als Faustregel: Alles, was aus klaren Formen und Flächen besteht, sollte als Vektor erstellt werden. Alles mit fotografischen Details, Texturen und Verläufen in Millionen Farben bleibt als Rastergrafik. Professionelle Designer beherrschen beide Welten – und wissen, wann welches Format die bessere Wahl ist.