Preproduktion (auch Pre-Production) bezeichnet die gesamte Planungs- und Vorbereitungsphase einer Videoproduktion – von der ersten Idee bis zum Moment, in dem die Kamera am Drehtag eingeschaltet wird. Sie ist das Fundament, auf dem jede erfolgreiche Produktion aufbaut.
Warum Preproduktion so wichtig ist
In der Filmbranche gibt es ein Sprichwort: „Ein Film wird dreimal gemacht – in der Preproduktion, am Set und im Schnitt." Die Preproduktion ist dabei die Phase, in der die Weichen gestellt werden. Fehler, die hier gemacht werden, ziehen sich durch die gesamte Produktion und sind später nur mit großem Aufwand (und Kosten) zu korrigieren.
Die Phasen der Preproduktion
1. Briefing & Konzept
Alles beginnt mit dem Briefing: Was ist das Ziel des Videos? Wer ist die Zielgruppe? Welche Botschaft soll transportiert werden? Auf dieser Basis wird ein Kreativkonzept entwickelt, das die inhaltliche und visuelle Richtung definiert.
2. Skript
Das Skript ist das Drehbuch des Videos. Für Imagefilme enthält es den Voice-Over-Text und Szenenbeschreibungen. Für Erklärvideos den vollständigen Sprechertext. Für Interview-basierte Formate die Leitfragen.
3. Storyboard
Das Storyboard übersetzt das Skript in Bilder. Jede Szene wird als Skizze dargestellt – mit Angaben zu Einstellungsgröße, Kamerabewegung und Bildkomposition. Optional wird daraus ein Animatic.
4. Shotlist
Die Shotlist ist die organisatorische Übersetzung des Storyboards. Sie listet jeden einzelnen Shot mit technischen Details und dient als Checkliste am Drehtag.
5. Location Scouting
Die Drehorte werden besichtigt und bewertet: Lichtverhältnisse, Akustik, Platzverhältnisse, Stromanschlüsse, Genehmigungen. Fotos und Videos der Locations helfen bei der Planung des Lichtsetups.
6. Casting & Protagonisten
Falls Darsteller, Moderatoren oder Interviewpartner beteiligt sind, werden sie in dieser Phase ausgewählt und gebrieft.
7. Equipment-Planung
Welche Kameras, Objektive, Lichtequipment, Audio-Equipment und Spezialgeräte (Gimbal, Drohne, Slider) werden benötigt? Die Equipment-Liste leitet sich direkt aus Storyboard und Shotlist ab.
8. Drehplan
Der Drehplan definiert den zeitlichen Ablauf des Drehtags: Wann wird wo gedreht, wer muss wann am Set sein, wie sind die Pausen geplant? Ein realistischer Drehplan verhindert Zeitdruck und Stress.
9. Genehmigungen & Rechte
Drehgenehmigungen für öffentliche Orte, Musiklizenzen, Model-Releases, Markenrechte – rechtliche Fragen werden in der Preproduktion geklärt, nicht am Drehtag.
Preproduktions-Checkliste
- Briefing durchgeführt und dokumentiert
- Kreativkonzept freigegeben
- Skript geschrieben und abgestimmt
- Storyboard erstellt
- Shotlist vorbereitet
- Locations gescouted und gebucht
- Protagonisten/Darsteller gecastet und gebrieft
- Equipment reserviert
- Drehplan erstellt und kommuniziert
- Genehmigungen eingeholt
- Budget final kalkuliert
Preproduktion bei verschiedenen Projekttypen
Nicht jedes Projekt erfordert den vollen Preproduktions-Umfang. Ein schnelles Social Media Video braucht weniger Vorbereitung als ein Werbespot. Aber selbst beim kleinsten Projekt gilt: Ein Mindestmaß an Planung – Ziel, Botschaft, grober Ablauf – macht den Unterschied zwischen Zufall und Ergebnis.
Die Preproduktion ist die unsichtbare Arbeit, die den sichtbaren Erfolg ermöglicht. Investieren Sie hier – es zahlt sich in jeder folgenden Phase aus.