Die Framerate (auch Bildrate oder fps – Frames per Second) gibt an, wie viele Einzelbilder pro Sekunde ein Video enthält. Sie ist ein fundamentaler technischer Parameter, der das Bewegungsgefühl, die Ästhetik und die technischen Anforderungen eines Videos bestimmt.
Warum die Framerate wichtig ist
Das menschliche Auge nimmt fließende Bewegung ab etwa 12–15 Bildern pro Sekunde wahr. Kinofilme werden seit fast 100 Jahren in 24fps projiziert – ein Wert, den unser Gehirn als „filmisch" gelernt hat. Die Wahl der Framerate beeinflusst, wie ein Video „sich anfühlt":
- Niedrige Framerate (24fps): Cineastisch, dramatisch, künstlerisch
- Mittlere Framerate (30fps): Natürlich, TV-typisch, universell
- Hohe Framerate (60fps+): Hyperreal, flüssig, sportlich
Die gängigen Framerates
24fps – Der Kino-Standard
24 Bilder pro Sekunde sind der weltweite Standard für Kinofilme. Die leichte Bewegungsunschärfe (Motion Blur) wird vom Zuschauer als „filmisch" empfunden. Wer den cineastischen Look möchte, dreht in 24fps.
25fps – PAL-Standard
In Europa und den meisten Ländern außerhalb Nordamerikas ist 25fps der Broadcast-Standard (PAL). Für deutsche Produktionen, die auch im TV laufen sollen, die sichere Wahl.
30fps – NTSC-Standard
Der nordamerikanische TV-Standard. Etwas flüssiger als 24/25fps, wird oft für YouTube-Content, Vlogs und Dokumentationen verwendet.
50/60fps – Hohe Bildrate
Doppelt so viele Frames wie der jeweilige Standard. Erzeugt extrem flüssige Bewegungen – ideal für Sport, Gaming und Action. Wird auch als Aufnahmeformat für Slow Motion verwendet (60fps bei 25fps-Wiedergabe = 2,4x Zeitlupe).
120fps+ – Slow Motion
Spezielle Aufnahmeformate für Zeitlupeneffekte. 120fps, 240fps oder sogar 1000fps sind möglich – je höher die Framerate, desto stärker die Verlangsamung.
Die 180-Grad-Shutter-Regel
Eine fundamentale Regel der Videografie: Die Verschlusszeit sollte doppelt so lang wie die Framerate sein. Bei 24fps also 1/48 Sekunde, bei 60fps entsprechend 1/120 Sekunde. Diese Regel erzeugt eine natürliche Bewegungsunschärfe, die das Auge als angenehm empfindet.
Wird die Verschlusszeit deutlich kürzer gewählt, wirken Bewegungen stroboskopisch und „hackig" (z. B. der Look von „Der Soldat James Ryan"). Wird sie länger gewählt, verschmieren Bewegungen.
Framerate und Dateigröße
Die Framerate beeinflusst direkt die Dateigröße: Doppelte fps = ungefähr doppelte Datenmenge (bei gleicher Bitrate pro Frame). Ein Video in 60fps ist also etwa doppelt so groß wie dasselbe Video in 30fps. Bei 4K-Auflösung in hohen Framerates entstehen schnell enorme Datenmengen.
Framerate-Wahl in der Praxis
| Projekttyp | Empfohlene Framerate |
|---|---|
| Imagefilm | 24/25fps (cineastisch) |
| Social Media Video | 25/30fps |
| Interview | 25fps |
| Sport/Action | 50/60fps |
| Produktvideo | 24/25fps + Slow-Motion-Shots in 120fps |
| B-Roll | Mix aus 25fps und 60/120fps |
Variable Framerate (VFR) – Vorsicht!
Smartphones und einige Consumer-Kameras nehmen in variabler Framerate auf – die fps-Zahl schwankt während der Aufnahme. Das kann in der Postproduktion zu Audio-Sync-Problemen führen. Für professionelle Aufnahmen immer konstante Framerate (CFR) verwenden.
Die Framerate ist eine der ersten Entscheidungen vor dem Dreh – und eine, die nicht nachträglich korrigiert werden kann. Wählen Sie bewusst und passend zum Projektziel.