"Sollen wir WordPress oder Next.js nehmen?" — Diese Frage hören wir bei PAKU Media regelmäßig. Unsere ehrliche Antwort: Es kommt darauf an.
Dieser Vergleich zeigt, wann welches System die richtige Wahl ist — ohne Hype, ohne Technologie-Romantik.
Was sind WordPress und Next.js?
WordPress ist ein Content Management System (CMS) — eine Software, mit der Sie Websites erstellen und Inhalte pflegen können, ohne zu programmieren. Gegründet 2003, betreibt WordPress heute über 43% aller Websites weltweit.
Next.js ist ein React-basiertes JavaScript-Framework — kein CMS, sondern ein Entwicklungs-Framework für Webapplikationen und -sites. 2016 von Vercel entwickelt, ist es heute das beliebteste React-Framework.
Die zwei sind nicht direkt vergleichbar — aber beide können für Website-Projekte genutzt werden.
Performance-Vergleich
WordPress
WordPress ist PHP-basiert und rendert Seiten standardmäßig dynamisch auf dem Server. Das bedeutet: Bei jedem Aufruf wird die Seite neu generiert.
Ohne Optimierung: Oft langsam. Shared Hosting + vielen Plugins = schlechte Core Web Vitals.
Mit Optimierung (Caching, CDN, gutes Hosting): Sehr gute Performance ist erreichbar — aber erfordert Aufwand und Expertise.
Next.js
Next.js unterstützt Static Site Generation (SSG): Seiten werden beim Build einmal generiert und als statische HTML-Dateien ausgeliefert. Das ist extrem schnell.
Standardmäßig schnell, besonders mit Vercel-Hosting. Core Web Vitals im grünen Bereich sind leichter erreichbar.
Vorteil: Unsere eigene Website pakumedia.de läuft auf Next.js und erreicht PageSpeed-Werte über 95 auf Desktop und über 85 auf Mobile.
Sieger: Next.js — aber WordPress ist mit gutem Setup konkurrenzfähig.
SEO-Vergleich
WordPress
Yoast SEO oder RankMath sind mächtige SEO-Plugins die viel abnehmen: Title Tags, Meta Descriptions, Sitemaps, Schema.org — alles konfigurierbar ohne Coding.
Schwäche: Ohne Performance-Optimierung schlechtere Core Web Vitals.
Next.js
SEO in Next.js ist vollständig manuell — aber auch vollständig kontrollierbar. Schema.org, Open Graph, Sitemaps, robots.txt — alles muss implementiert werden, kann aber exakt angepasst werden.
Stärke: Bessere Performance by default = bessere Core Web Vitals.
Sieger: Unentschieden. WordPress hat bessere Out-of-the-Box SEO-Tools, Next.js hat bessere Performance.
Content-Pflege (für Kunden ohne Entwickler-Kenntnisse)
WordPress
WordPress wurde für Nicht-Techniker gebaut. Der Block-Editor (Gutenberg) ermöglicht es, Seiten per Drag-and-Drop zu gestalten.
- Neue Blog-Posts selbst schreiben: ✅ einfach
- Produkte anlegen (WooCommerce): ✅ einfach
- Bilder hochladen: ✅ einfach
- Seiten umgestalten: ⚠️ erfordert Einweisung
Next.js
Next.js hat kein eingebautes CMS. Inhalte können aus Markdown-Dateien, einem externen Headless CMS (z.B. Sanity, Contentful, Strapi) oder einer Datenbank kommen.
Für Kunden die Inhalte selbst pflegen wollen: Zusätzliches Headless CMS notwendig — das kostet mehr in Entwicklung und ggf. monatlichen Abo-Gebühren.
Sieger: WordPress. Keine Diskussion.
Sicherheit
WordPress
WordPress ist das häufigste Angriffsziel für Hacker — schlicht weil es am weitesten verbreitet ist. Schwachstellen entstehen oft durch:
- Nicht aktualisierte Plugins
- Nicht aktualisiertes WordPress-Core
- Schlecht programmierte Premium-Themes
Mit regelmäßigen Updates, Sicherheits-Plugins und gutem Hosting ist WordPress sicher zu betreiben.
Next.js
Next.js (als statische Site) hat deutlich weniger Angriffsfläche. Keine Datenbank, keine Plugin-Schwachstellen. Angriffe auf die Serverinfrastruktur sind möglich, aber das ist ein anderes Problem.
Sieger: Next.js — kleinere Angriffsfläche by design.
Entwicklungskosten
WordPress
- Günstigere Startkosten: Viele Agenturen und Freelancer können WordPress
- Themes reduzieren Designaufwand: 50–300 € für ein gutes Theme
- Plugins ersetzen Custom-Entwicklung: meist günstiger als programmierte Features
Typische Unternehmenswebsite: 2.500 – 8.000 €
Next.js
- Höhere Entwicklungskosten: Erfordert erfahrene React-Entwickler
- Alles muss programmiert werden: Kein Plugin für "Buchungsformular mit Kalender"
- Headless CMS wenn Content-Pflege gewünscht: +1.000–3.000 € Entwicklung, +20–100 €/Monat CMS
Typische Unternehmenswebsite: 5.000 – 20.000 €
Sieger: WordPress für kleinere Budgets.
Wartung & laufende Kosten
WordPress
Regelmäßige Pflege ist Pflicht:
- WordPress-Core Updates
- Plugin Updates (jedes Update kann Konflikte auslösen)
- Theme Updates
- Backups
- Sicherheits-Monitoring
Empfehlung: Wartungsvertrag mit Agentur oder Freelancer. Typisch: 50–200 €/Monat.
Next.js
Weniger laufende Pflege:
- Keine Plugin-Konflikte
- Framework-Updates (deutlich seltener als WordPress-Updates)
- Hosting auf Vercel: Automatisch skalierend, keine Server-Administration
Hosting: Vercel Free Plan oft ausreichend für kleine Websites; Pro: 20 $/Monat.
Sieger: Next.js — weniger Wartungsaufwand.
Wann ist welches System richtig?
WordPress ist besser wenn...
- Budget ist begrenzt: Günstigere Entwicklung und mehr verfügbare Entwickler
- Kunden pflegen Content selbst: Intuitive Benutzeroberfläche, kein Headless CMS nötig
- E-Commerce mit WooCommerce: Vollständiges Shop-System out-of-the-box
- Multi-Site oder Membership-Funktion: WordPress hat Plugin-Ökosystem
- Blog-lastige Website: WordPress ist dafür gebaut
Next.js ist besser wenn...
- Performance ist kritisch: Shops, Landingpages mit hohem Werbebudget
- Individuelle Anforderungen: Komplexe Logik, API-Integrationen, Custom-Tools
- Skalierbarkeit gewünscht: Technologisch zukunftssicherer
- Sicherheit ist prioritär: Reduzierte Angriffsfläche
- Design-System & Markenkonformität: Pixel-genaues Design ohne Theme-Kompromisse
Unsere Empfehlung für KMU
Für die meisten mittelständischen Unternehmen mit Standard-Anforderungen (Unternehmenswebsite, Portfolio, Blog, Kontaktformular): WordPress ist die pragmatische Wahl.
Wenn Performance, individuelle Funktionen, API-Integrationen oder Skalierbarkeit im Vordergrund stehen — und das Budget es erlaubt: Next.js ist die bessere Investition.
Bei PAKU Media bieten wir beide Wege an. Was wir nicht machen: Empfehlen, was wir besser kennen — sondern was Ihrem Projekt am besten dient.
